Wie sollen wir diese Saison (bis hierhin) nur bewerten? Im Ligacup setzte Rägi zum
Höhenflug an und schaffte es bis in den Halbfinal. Dort verkaufte man seine Haut
gegen die Tigers teuer und musste sich nur knapp geschlagen geben. Das Wankdorf
war zum Greifen nah. Doch dieser Cuphalbfinal mag ein Highlight gewesen, er darf nun
aber kein Thema mehr sein. Nun zählt nur noch Leidensfähigkeit. Der UHC WR muss
nämlich in die ungeliebten Playouts. In einer Best-of-3-Serie gilt es, die Klasse zu halten.
Der Gegner dort wird der UHT Semsales sein. Die Westschweizer werden extrem
motiviert und bissig sein, schliesslich ist es bereits ihr 3. Anlauf innert kürzester Zeit
und nun soll es endlich klappen mit dem Aufstieg. Doch da hat Rägi natürlich was
dagegen. Nun gilt es, zu beissen und dagegenzuhalten. Immerhin gibt der Cuperfolg
ein klein wenig Selbstvertrauen in einer sonst eher verkorksten Saison. Die individuelle
Klasse für den Klassenerhalt ist ganz klar vorhanden. Doch wie soeben der HC Lugano
beweist, ist das alleine noch keine Garantie. Andere Faktoren (eben, «Leidensfähigkeit»)
sind gefragt.
Doch kommen wir zur letzten Meisterschaftsrunde: es wäre durchaus möglich
gewesen, dass Regensdorf sich in Hinwil (tolle neue Halle!) noch hätte retten können.
Man war jedoch von anderen abhängig und hätte überdies noch den Rekordmeister
bodigen müssen (was den Regensdorfern vor Jahresfrist ja tatsächlich einmal gelungen
war). Schon an dieser Mission scheiterte man allerdings. Der UHC WR kämpfte gegen
Cevi Gossau verbissen und hielt lange mit, ja man war sogar ebenbürtig. Doch kleine
Fehlerchen brachen dem Underbog, einmal mehr, das Genick. Es gilt, diese kleinen
Fehler schleunigst abzuschalten. Man darf die Gegner nicht immer zum Toreschiessen
einladen, wenn man schon selber nur wenige schiesst… Doch wie gesagt: schlecht war
die Leistung heute nicht. Offensiv konnte man durchaus Akzente setzen und auch das
4vs3 reüssierte noch. Am Ende aber setzte sich ein Gossau in Playoffform (steht
mittlerweile bereits im Halbfinal) souverän mit 11:4 durch. «Wir haben es nicht in
diesem Spiel verkackt», reüssierte der Coach im Anschluss und hat natürlich recht. Die
Punkte wurden in anderen Spielen – teils äusserst dämlich, teils unglücklich – verspielt.
Mehrere Spiele verlor man mit einem Tor Unterschied. «Haste Scheisse am Schuh haste
Scheisse am Schuh», sagte mal ein deutscher Weltmeister, dessen Name mir soeben
entfallen ist.
Im zweiten Spiel des Tages ging es nur noch um Ruhm und Ehre. Weil Niederwil gegen
Playoffteilnehmer Elgg gewonnen hatte, konnte Rägi auch keinen Rang mehr gut
machen. Dennoch wollte man sich anständig Richtung Playouts verabschieden. Doch
irgendwie liegt das zähe, träge Mörschwil den schnellen Zürchern nicht so sehr. Schon
im Hinspiel hatte man ein spektakuläres Spiel in den Schlusssekunden aus den Händen
gegeben (eines dieser erwähnten 1-Tore-Spiele). Und auch dieses Mal sollte Mörschwil
das bessere Ende für sich behalten. Eigentlich jedes ihrer Tore war ein Geschenk der
Regensdorfer. Leute, Weihnachten ist vorbei… Dennoch zeigte das Team, dass es lebt
und setzte offensive Akzente. Am Ende verlor Regensdorf mit 5:6. Wie gesagt, eine Rolle
spielte das eigentlich nicht mehr.
Nun heisst es, sich seriös auf die Playouts vorzubereiten. Wer jetzt nicht begriffen hat,
um was es geht, ist am falschen Ort. Wir schaffen das, Männer! #zämä stah jetzt!
Das Heimspiel (Spiel 2 der Serie) wird voraussichtlich am 5. April in Regensdorf oder
Buchs stattfinden. Kommt vorbei und macht ordentlich Lärm! Man dankt. Los geht die
Serie aber auswärts und zwar am Wochenende vom 29./30. März.
PS: Dieser Bericht wurde eigenständig, ganz ohne künstliche Intelligenz, und mit viel
eigener Fingerkraft, verfasst.
Autor:R.G